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Vorsicht vor zu viel Vorfreude

Ein aufregendes Jahr liegt hinter uns, in dem uns die Politik erneut so manche Volten beschert hat: In Frankreich und Österreich entschieden sich die Wähler für extrem junge Staatslenker, in Deutschland warten die Wähler noch auf eine Regierung, in China gibt es noch weniger Wahl als zuvor, in Katalonien wählten viele die Unabhängigkeit, und in den USA werden die Präsidentschaftswahlen von einem Sonderermittler untersucht. Zudem tauschten der US-Präsident und der nordkoreanische Führer Beleidigungen und militärische Kraftausdrücke aus.

Die Märkte haben das alles recht unbeeindruckt weggesteckt. Der sedierenden Wirkung der Geldpolitik kann man das diesmal nicht alleine zuschreiben. Ebenso halfen weltweit robuste Wirtschaftsdaten. Die Stimmung von Unternehmen und Konsumenten erreicht Langzeithochs, und die Märkte danken es gebührend. Kurz vor Jahresultimo kommt der MSCI AC World auf eine Gesamtrendite von 20 Prozent. Einige Technologiegiganten konnten 2017 ihren Wert gar verdoppeln. Im Halbleitersektor bahnt sich eine 100-Milliarden-Dollar-Übernahme an. Der Bitcoin hat sich mehr als verzehnfacht, und ein Ölgemälde verkaufte sich für 450 Millionen Dollar. Solche Ereignisse werden gerne als vermeintliche Wendepunkte überhitzter Märkte ausgerufen. Allerdings erschallten diese Rufe in vergangenen Jahren schon öfters und wurden doch stets vom langlebigen Aufschwung zum Verstummen gebracht.

Auch jetzt blicken wir sehr zuversichtlich auf die wirtschaftliche Entwicklung des kommenden Jahres. Erwarten wir deshalb ähnlich starke Märkte wie 2017? Nein. Denn erstens müssen wir für unseren Ausblick per Ende 2018 bereits auf 2019 sehen. Unabhängig vom dann vorherrschenden Inflations- und Wachstumsumfeld dürfte die Zentralbankpolitik bis dahin unberechenbarer werden, auch aufgrund personeller Veränderungen. Zweitens wird an den Märkten die Veränderung der Erwartungen gehandelt. Und die Erwartungen von Unternehmen, Verbrauchern und Anlegern sind derzeit sehr hoch. Sie lassen sich nur noch schwer steigern und sorgen zudem dafür, dass viele Portfolios eine ähnliche, risikoaffine Allokation aufweisen. Wir halten die Gefahr von temporären Rücksetzern daher 2018 für deutlich höher als 2017. Doch auf der Basis unseres Wirtschafts- und Marktausblicks würden wir Rücksetzer zum Einstieg nutzen.

" Wir blicken zuversichtlich auf die Wirtschaft im kommenden Jahr. Doch an den Märkten werden Erwartungen gehandelt. Und die sind bereits jetzt sehr hoch. "

Stefan Kreuzkamp, Chief Investment Officer

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