This website uses cookies in order to improve user experience. If you close this box or continue browsing, we will assume that you are happy with this. For more information about the cookies we use or to find out how you can disable cookies, see our Cookies Notice.

Global investieren und auf Ertrag setzen

Vieles hat sich in den letzten Wochen verändert. Aber in der Euphorie über den Beginn einer neuen Ära haben sich die Märkte wohl selbst überholt.

Previous
Next
Previous
Next

Editorial

Multi Asset

Global investieren und auf Ertrag setzen

So schnell kann es manchmal gehen! Seit den Präsidentschaftswahlen in den USA mussten viele etablierte Denkmuster auf den Prüfstand. Die größte Veränderung aus einer Multi-Asset-Sicht besteht in der Trendwende bei Staatsanleiherenditen. Denn das könnte mögliche Diversifizierungs- und Renditevorteile künftig in Frage stellen. In Reaktion auf die Sorge der Märkte über steigende Inflation und Unsicherheit sind Anleihepreise gefallen und US-Treasury-Renditen gestiegen. Die Aktienmärkte sahen die Zukunft etwas rosiger und hoffen auf steigende Unternehmensgewinne, falls die Politik das Wachstum stützt. Es bleibt abzuwarten, wer auf längere Sicht Recht behält – Portfoliodiversifizierung dürfte daher umso wichtiger.

Ein weiterer interessanter Trend ist der Anstieg der Zinsvolatilität an den Anleihemärkten, nicht jedoch an den Aktienmärkten. Durch die Anleihekäufe der Zentralbanken wurde die Volatilität an den Kapitalmärkten in den letzten Jahren weltweit nicht nur direkt, sondern auch indirekt (z.B. für höherrentierliche Segmente) gedämpft. Besonders angesichts des Niedrigzinsumfelds in Europa und der politischen Unsicherheiten dürfte die Streuung sowohl über Anlageklassen als auch Regionen hinweg oberste Priorität bleiben.

Sich den neuen Realitäten anpassen

Auf der Anleihenseite gibt es wegen niedriger, aber steigender Zinsen Gegenwind. Wir bleiben bei Staatsanleihen vorsichtig und haben unsere Allokationen in Investment-Grade-Anleihen reduziert. Die verbleibende Rendite ist zwar weniger attraktiv, wir rechnen aber weiter mit Diversifizierungsvorteilen, wenn Staatsanleiherenditen nicht zu sehr überschießen. Strategisch bevorzugen wir eine kürzere Duration, managen Zinsänderungssensitivität aktiv und gehen weiterhin Risiko bei Unternehmensanleihen ein (wenn auch etwas weniger als zuvor). Unsere Allokation in High-Yield (HY) und Emerging-Markets-Hartwährungsanleihen bleibt unverändert.

Insgesamt erscheint das Risiko-/Ertragsprofil für Aktien jetzt günstiger als für Anleihen. Daher übernehmen wir vorerst mehr Risiken über Aktien und erhöhen hier unser Engagement. Allerdings ist zu berücksichtigen, dass sich der Aktienzyklus in der Spätphase befindet. Fiskalische Impulse in den USA könnten für eine Verlängerung um ein weiteres Jahr sorgen. Dennoch dürften sich die Aktienerträge im Durchschnitt im mittleren einstelligen Bereich bewegen. Das macht es umso wichtiger, sich auf die verschiedenen Komponenten des Gesamtertrags zu konzentrieren, vor allem Erträge über Kupons auf Unternehmensanleihen und Dividenden bei Aktien. Nach der jüngsten Volatilität gibt es reichlich Gelegenheiten zum Aufbau von Positionen. Eine sorgfältige Auswahl bleibt ausschlaggebend.

Bei Aktien geben wir den USA und Japan gegenüber Europa den Vorzug. Trotz stabilerer Rohstoffpreise und der anhaltenden Erholung bei Unternehmensgewinnen in einigen Schwellenländern könnte sich die Wahl Trumps hier negativ auswirken. Daher bevorzugen wir vorerst Industriestaaten.

Währungen, Alternative Investments und aktives Risikomanagement

Wechselkursbewegungen sind ebenfalls von großer Bedeutung. Der US-Dollar dürfte gegenüber dem Euro weiter steigen (bis Ende 2017 auf Parität) und auch zum japanischen Yen Boden gut machen. Alternative Anlagen, besonders in einigen Infrastrukturbereichen, sind ebenfalls überlegenswert. Obwohl Gold kaum weiter zulegen dürfte, scheint es zur Diversifikation besser geeignet zu sein als Staatsanleihen. In dieser späten Zyklusphase ist ein aktives Risikomanagement wichtiger als je zuvor.

Volatilität an den Anleihemärkten, nicht aber an den Aktienmärkten gestiegen

Aktuell erscheint die Sorge über wachsende politische Unsicherheit relativ begrenzt zu sein.

Volatilität an den Anleihemärkten, nicht aber an den Aktienmärkten gestiegen

Quelle: Bloomberg Finance L.P.; Stand 23.11.2016

Erwartete Erträge und damit verbundene Risiken

Alle Anlagen bergen Risiken, wie historische Drawdowns zeigen. Weltweite Diversifizierung könnte entscheidend sein.

Erwartete Erträge und damit verbundene Risiken

Quellen: Bloomberg Finance L.P., Deutsche Asset Management Investment GmbH, Stand: 11/2016

Allokation

Wir geben Aktien gegenüber Unternehmensanleihen den Vorzug

Diversifizierung weltweit über Anlageklassen und Regionen hinweg bleibt ausschlaggebend.

Auf dem Weg in das Jahr 2017 könnten Aktien ein besseres Risiko-/Ertragsprofil bieten als festverzinsliche Anlagen. Bei Aktien setzen wir vor allem auf Japan. Auch US-Aktien scheinen vor dem Hintergrund künftiger Konjunkturprogramme gut positioniert, weil dann steigende Unternehmensgewinne winken könnten. Das US-Wahlergebnis hat in den Finanzmärkten der Schwellenländer Unruhe ausgelöst, die sich erst nach einiger Zeit wieder legen dürfte. Bei festverzinslichen Anlagen favorisieren wir weiterhin “Carry”-Anlagen (d.h. Anlagen mit akzeptabler Rendite). Staatsanleihen gegenüber bleiben wir vorsichtig und versuchen, das durch steigende Zinsen entstehende Risiko durch eine verminderte Zinssensitivität abzuschwächen. Der US-Dollar dürfte seine Aufwertung gegenüber Yen und Euro fortsetzen. Das Umfeld für Rohstoffe bleibt, nicht zuletzt aufgrund des starken US-Dollars, schwierig. Gold könnte jedoch aufgrund von möglichen Diversifizierungsnutzen attraktiver werden.

Die hier dargestellte Vermögensaufteilung entspricht einem ausgewogenen Modellportfolio. Sie ist nicht unbedingt für jeden Anleger geeignet und kann jederzeit und ohne Vorankündigung geändert werden. Alternative Anlagen sind mit diversen Risiken behaftet, nicht unbedingt für jeden Anleger geeignet und für jedes Portfolio verfügbar. Quelle: Multi Asset Group, Deutsche Asset Management Investment GmbH; Stand: 28.11.2016

Indikatoren

Noch belasten politische Unsicherheiten

Bis auf den Risiko-Indikator ist das Gesamtbild aber eher positiv.

Das aktuelle Marktumfeld ist derzeit von unterschiedlichen positiven sowie negativen Einflüssen geprägt, was sich auch in den Signalen der drei Multi-Asset-Indikatoren widerspiegelt. Auf der einen Seite zeichnen die fundamentalen, makroökonomischen Daten ein solides Bild, was sich im Makro-Indikator widerspiegelt. Neben erfreulichen globalen Wirtschaftswachstumszahlen sticht unter anderem der US-Arbeitsmarkt heraus. Auch der Surprise-Indikator vermittelt derzeit ein recht konstruktives Bild, mit überwiegend positiven Datenveröffentlichungen in allen größeren Regionen. Auf der anderen Seite zeigt der Risiko-Indikator die vorherrschende Verunsicherung durch politische Ereignisse, allen voran die US-Wahl. Seit September signalisierte der Indikator größtenteils ein neutrales Risikoumfeld, welches sich ab November eintrübte und sich erst seit kurzem wieder etwas aufhellt. Sollten die politischen Unsicherheiten bereits in naher Zukunft abklingen, würde dies das Gesamtbild eindeutig positiv stimmen, sodass schließlich wieder alle drei Multi-Asset-Indikatoren ein freundliches Bild zeichnen könnten.

Makro-Indikator

Konsumentenvertrauen, Handelsstatistiken, Arbeitslosenzahlen: In den Makro-Indikator fließt eine Vielzahl von Daten ein.

Makro-Indikator

Quelle: Deutsche Asset Management Investment GmbH; Stand: 29.11.2016

Risiko-Indikator

Unser Risiko-Indikator ist ein Gradmesser für die aktuelle Risikoneigung der Teilnehmer an den Finanzmärkten.

Risiko-Indikator

Quelle: Deutsche Asset Management Investment GmbH; Stand: 29.11.2016

Surprise-Indikator

Der Surprise-Indikator misst, wie stark Konjunkturdaten von den Erwartungen abweichen.

Surprise-Indikator

Quelle: Deutsche Asset Management Investment GmbH; Stand: 29.11.2016

Verwandte Einträge

17.04.2018 Fokus

Zinsanstieg voraus

Lässt der Zins die Aktienmärkte wackeln?

17.04.2018 Multi Asset

Vom Umgang mit Volatilität

Die Märkte werden volatiler und renditeärmer. Damit können wir umgehen.

17.04.2018 Letter to Investors

Eins geht noch

Ein Bärenmarkt käme bei der guten Verfassung der Weltwirtschaft überraschend.

17.04.2018 Aktien

Zurück auf Start

Unserer Konjunkturprognosen sprechen weiter für Aktien, gerade nach der Korrektur

17.04.2018 Anleihen

Vereinzelt Chancen

Vor allem bei Hochzinsanleihen sehen wir noch Chancen. Bei Rücksetzern kaufen.

03.04.2018 Investment-Ampeln

Investmentampeln

Unsere taktische und strategische Sicht

19.03.2018 Multi Asset

Mehr Normalität, Volatilität

Das Goldilock-Umfeld bekommt Risse, die Volatilität steigt. Aber nicht zu stark.

16.03.2018 Chart of the week

Chart of the Week

Verrückte Börsen? Keineswegs. Langfristig folgen Aktien einem klaren Muster

09.03.2018 Chart of the week

Chart of the week

Solide Aussichten – trotz der Siege der italienischen Populisten

01.03.2018 Investment-Ampeln

Investmentampeln

Unsere taktische und strategische Sicht

28.02.2018 Makro-Ausblick

Italien: Irrungen und Wirrungen

Die in Italien bevorstehenden Parlamentswahlen könnten mehr Verwirrung auslösen, als die Märkte erwarten.

23.02.2018 Chart of the week

Chart of the week

Die Bewertung des S&P 500 ist ausgereizt. Jetzt müssen steigende Gewinne her

16.02.2018 Chart of the week

Chart of the Week

Konjunkturoptimismus treibt derzeit Rentenmärkte stärker als Inflationsangst.

13.02.2018 CIO Flash

Wir bleiben konstruktiv

Unsere Ziele für Dezember 2018, leicht angepasst.

09.02.2018 Aktien

Deutsche Aktien – was sonst?

Mit der Korrektur sind deutsche Aktien noch attraktiver geworden.

09.02.2018 Chart of the week

Chart of the Week

Zurück zu alten Normalzuständen

06.02.2018 CIO Flash

Ein Stück mehr Normalität

Starker Jahresauftakt und Inflationssorgen lösen Korrektur aus. Wir bleiben optimistisch.

06.02.2018 Investment-Ampeln

Investmentampeln

Unsere taktische und strategische Sicht

Feedback

Wir freuen uns über Ihr Feedback zu diesem Artikel oder zur aktuellen Seite.