DWS Q3: Bereinigter Vorsteuergewinn steigt um 18 Prozent gegenüber Vorquartal – Kosten und Aufwand-Ertrags-Relation (CIR) deutlich gesunken

„Wir sind bei der Weiterentwicklung unseres Geschäfts durch unsere Wachstumsinitiativen, Kostensenkungen und strategischen Partner-schaften weiter gut vorangekommen. Wir freuen uns besonders über die strategische Allianz mit Tikehau und die vereinbarte Kooperation mit Generali, einem der weltweit größten Versicherer. Dank unseres effektiven Kostenmanagements und stabiler Erträge konnten wir die Profitabilität deutlich steigern,“ erklärte Nicolas Moreau, CEO.

„Als eigenständiges Unternehmen konnten wir die Kosten im dritten Quartal wie vorgesehen deutlich senken. Wir sind mit unseren Fortschritten zufrieden, das Kostensenkungsziel für 2018 befindet sich in greifbarer Nähe. Eine gute Markt- und Fondsperformance hat die Nettomittelabflüsse mehr als ausgeglichen und zu stabilen bereinigten Erträgen geführt. Die Managementgebühren-Marge liegt mit 30,5 Basispunkten weiterhin über unserem mittelfristigen Ziel,“ erklärte Claire Peel, CFO.

Geschäftsentwicklung

Nach dem Börsengang zu Beginn des Jahres haben wir unser Geschäft im dritten Quartal durch Kosten- und Wachstumsinitiativen weiterentwickelt. Dagegen  sorgten die Auswirkungen der Steuerreform in den USA und die Nachfrage der Anleger weiterhin für ein herausforderndes Umfeld im Hinblick auf Mittelflüsse. Bei unserem nach der Herauslösung aus dem Deutsche Bank-Konzern gestarteten Kosteneffizienzprogramm haben wir große Fortschritte erzielt. Dadurch haben wir im Vergleich zum zweiten Quartal deutlich niedrigere Kosten und eine deutlich reduzierte Aufwand-Ertrags-Relation erreicht.

Zudem haben wir im Sommer Wachstumsprojekte vorangetrieben wie die Vereinbarung einer strategischen Allianz mit Tikehau Capital und einer Kooperation mit Generali. Darüber hinaus haben wir im dritten Quartal mehrere neue Fonds aufgelegt:  darunter der erste Geldmarktfonds in den USA, der ESG-Kriterien berücksichtigt und unsere Expertise auf diesem Gebiet unterstreicht.

Die bereinigten Erträge lagen im dritten Quartal 2018 nahezu unverändert bei EUR 574 Millionen (Q2: EUR 576 Millionen). Der bereinigte Vorsteuergewinn stieg im Vergleich zum Vorquartal um 18 Prozent auf EUR 177 Millionen (Q2: EUR 149 Millionen). Nach Steuern verzeichnete die DWS einen gesteigerten Nettogewinn von EUR 121 Millionen, ein Zuwachs von 32 Prozent gegenüber dem zweiten Quartal (EUR 92 Millionen).

Die Managementgebühren-Marge ging im dritten Quartal leicht auf 30,5 Basispunkte zurück (Q2: 30,7 Basispunkte) und lag weiterhin im Rahmen unseres mittelfristigen Ziels von mindestens 30 Basispunkten.

Das verwaltete Vermögen (AuM) stieg im dritten Quartal um insgesamt EUR 5 Milliarden gegenüber dem Vorquartal auf EUR 692 Milliarden. Dieses Wachstum ist auf eine gute Marktentwicklung und positive Währungseffekte zurückzuführen.  

Das Nettomittelaufkommen von minus EUR 2,7 Milliarden im dritten Quartal (Q2: minus EUR 4,9 Milliarden) war durch Abflüsse in Höhe von EUR 3,2 Milliarden bei Mandaten mit niedrigen Margen im Zusammenhang mit der US-Steuerreform bedingt.

Der Bereich Active Asset Management verzeichnete Nettomittelabflüsse, die auf Abflüsse bei einzelnen institutionellen Investoren im Active Equity-Segment sowie auf eine insgesamt geringere Nachfrage privater Anleger in einem volatilen Marktumfeld zurückzuführen sind. Gleichzeitig sind die Abflüsse aus dem Fonds DWS Top Dividende gegenüber dem Vorquartal deutlich zurückgegangen.  Die Nettoabflüsse im Bereich Active Fixed Income verlangsamten sich gegenüber dem zweiten Quartal dank signifikanter Zuflüsse in Institutional Fixed Income-Produkte.

Das Nettomittelaufkommen im Bereich Passive Asset Management war im dritten Quartal nahezu ausgeglichen. Während die Zuflüsse in die in Europa börsengehandelten ETFs nach wie vor stark waren, wurden die Mittelaufkommen im Passive-Bereich durch Abflüsse im Zusammenhang mit der US-Steuerreform bei einem institutionellen Kunden in Mitleidenschaft gezogen. In den ersten neun Monaten 2018 belegte die DWS laut ETFGI im europäischen Markt den zweiten Rang bei Nettomittelzuflüssen in ETP (Exchange-Traded Products: börsengehandelte Fonds (ETF) und Rohstoffe) – mit einem Anteil von 14,5 Prozent.

Das Nettomittelaufkommen im Alternatives-Segment stieg im Vergleich zum zweiten Quartal. Ausschlaggebend dafür war eine erhöhte Nachfrage nach Immobilienprodukten, bei denen sich die positiven Mittelzuflüsse der Vorquartale fortsetzten. Ende August 2018 erreichten die drei offenen Immobilienfonds der „grundbesitz“-Familie zusammen erstmals ein Fondsvermögen von mehr als EUR 10 Milliarden.

Die bereinigten Kosten gingen gegenüber dem Vorquartal um 7 Prozent auf EUR 398 Millionen zurück (Q2: EUR 427 Millionen). Das zeigt deutlich, dass wir mit unserem Kosteneffizienzprogramm auf Kurs liegen. Hier hat uns unsere neue Eigenständigkeit geholfen, die Kosten für die von der Deutschen Bank erhaltenen Dienstleistungen deutlich zu reduzieren. Wir sind auf gutem Weg, unser Kostensparziel für 2018 von brutto 20 bis 30 Prozent des mittelfristigen Ziels von EUR 125 bis 150 Millionen gegenüber dem Gesamtjahr 2017 zu erreichen.

Die bereinigte Aufwand-Ertrags-Relation (CIR) hat sich infolge der positiven Kostenentwicklung gegenüber dem Vorquartal um 4,8 Prozentpunkte auf 69,2 Prozent verbessert (Q2: 74,1 Prozent).

Wachstumsinitiativen und strategische Vorhaben

Im dritten Quartal hat die Geschäftsführung der DWS den Mitarbeitern ihr Fünfjahres-Transformationsprogramm vorgestellt. Es bekräftigt das uneingeschränkte Engagement der Geschäftsführung, die mittelfristen Finanzziele zu erreichen und erweitert zudem den strategischen Horizont. Das Programm unterscheidet drei verschiedene Phasen unserer Unternehmensentwicklung. Nachdem wir Phase 1 mit dem Börsengang der DWS Anfang dieses Jahres abgeschlossen haben, befinden wir uns derzeit in Phase 2. In dieser wollen wir unser Geschäft sowohl durch Wachstums- als auch durch Kosteneffizienzinitiativen voranbringen, von denen wir uns in den kommenden Quartalen weitere positive Effekte erwarten. In Phase 3 ab 2020 sehen wir die DWS in einer starken Position, die es ihr ermöglichen soll, ihre Ertragsbasis global zu diversifizieren, Skalenvorteile zu realisieren und die Konsolidierung im Markt führend mitzugestalten.

Im dritten Quartal konnten wir im Rahmen unserer Bemühungen innerhalb Phase 2 mehrere Wachstumsinitiativen vorantreiben, die kürzlich zu Vereinbarungen führten:

Wir haben eine strategische Allianz mit Tikehau Capital vereinbart, die unsere Beziehungen nach der Beteiligung von Tikehau am Börsengang der DWS vertieft. Die Vereinbarung umfasst mehrere Initiativen, die von der DWS und Tikehau geprüft werden – darunter die mögliche Einführung eines gemeinsamen Produkts, das eine Special-Situations-Strategie verfolgt und die Expertise und Plattformen der beiden Unternehmen im Bereich alternativer Vermögensanlagen nutzt. Die Einführung ist derzeit für 2019 geplant. Weitere Initiativen umfassen die Zusammenarbeit bei der Identifizierung von Fonds für den potenziellen Vertrieb über die jeweiligen Kanäle der beiden Unternehmen.

Darüber hinaus haben wir mit Generali vereinbart, unsere bestehende Zusammenarbeit zu erweitern und damit zu den bevorzugten Vermögensverwaltern der Versicherungsgesellschaft zu gehören. Wir werden unsere Zusammenarbeit in Schlüsselmärkten weiter ausbauen und den Umfang der von uns für Generali verwalteten Portfolios auf fondsgebundene Versicherungsprodukte ausdehnen. Wir beabsichtigen unsere Zusammenarbeit bei der Bereitstellung von fondsgebundenen Lösungen in Frankreich, der Schweiz, Italien und Deutschland – sowie möglicherweise in anderen Ländern – zu intensivieren.

Ausblick

Für den Rest des Jahres konzentrieren wir uns auf Wachstumsinitiativen bei Produkten und Dienstleistungen, durch die wir uns vom Wettbewerb abheben können, sowie auf Kostensenkungsmaßnahmen, von denen wir in den nächsten Quartalen weitere Ergebnisse erwarten. Die DWS Group ist weiterhin auf Kurs, bis Ende des Jahres 20 bis 30 Prozent ihres mittelfristigen Kostensparziels zu erreichen. Da sich unsere Kosteneffizienzinitiativen weiterhin auszahlen, liegen wir auch bei der Erreichung unseres mittelfristigen Ziels für die Aufwand-Ertrags-Relation (CIR) von weniger als 65 Prozent weiter im Plan. 

Wie bereits bekanntgegeben, erwarten wir im Jahr 2018 weiterhin niedrigere Erträge als im Jahr 2017, was vor allem auf deutlich niedrigere Performance- und Transaktionsgebühren zurückzuführen ist. Diese spiegeln den periodischen Charakter der Vereinnahmung von Fondsperformancegebühren wider. Darüber hinaus erwarten wir deutlich niedrigere sonstige Erträge, die auf den Wegfall der einmaligen Versicherungszahlung zurückzuführen sind. Es wird erwartet, dass die Managementgebühren im Vergleich zu 2017 aufgrund der Nettomittelabflüsse, der Marktperformance und der Margenkompression etwas niedriger ausfallen werden.                                                                                     

Wir setzen weiterhin alles daran, unser mittelfristiges Ziel für Nettomittelzuflüsse von 3 bis 5 Prozent zu erreichen. Unsere strategischen Wachstumsinitiativen, die Einführung neuer Produkte und unsere bestehende Fonds-Pipeline unterstützen uns dabei, 2019 und darüber hinaus Nettomittelzuflüsse von 3 bis 5 erzielen zu können.  

Wir halten unverändert an unserem Dividendenziel einer Ausschüttungsquote von 65 bis 75 Prozent fest.

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