Q2 Ergebnis: DWS erzielt stabiles Ergebnis im zweiten Quartal

Anstieg bei AuM, Ertrag, Gewinn, bei stabiler Marge und niedrigerer Kosten-Relation

“Wir haben im zweiten Quartal gute Fortschritte gemacht, unser langfristiges, globales und führendes Vermögensverwaltungs-Geschäft weiter auszubauen. Auch wenn die Nettomittelabflüsse nicht erfreulich sind, haben wir viel erreicht. So sind wir neue Partnerschaften in den Bereichen nachhaltiges Investieren und Digitalisierung eingegangen, haben zur Stärkung unseres Vertriebs wichtige Neueinstellungen vorgenommen und an unserer operativen Effizienz gearbeitet.“ Nicolas Moreau, CEO

“In einem für die gesamte Branche schwierigen Quartal konnten wir stabile Ergebnisse erzielen. Zudem haben wir weiter an der Umsetzung unserer Kosteneffizienzmaßnahmen gearbeitet, um bereits in diesem Jahr 20 bis 30 Prozent unseres mittelfristigen Sparziels zu erreichen. Angesichts der Volatilität und der Stimmung am Kapitalmarkt ist es allerdings unwahrscheinlich, dass wir unser Jahresziel für 2018 beim Nettomittelaufkommen erreichen werden. Wir halten jedoch an unseren mittelfristigen Zielen diesbezüglich fest.” Claire Peel, CFO

Konsolidierte Finanzzahlen

Nach dem Börsengang der DWS arbeiten wir weiter an der Übertragung von weiteren Tochtergesellschaften in die DWS Group GmbH & Co. KGaA. Wesentliche Meilensteine im zweiten Quartal waren die erfolgreiche Übertragung unserer US-Einheiten sowie die Integration des Asset- Management-Geschäfts von Sal. Oppenheim. Somit können wir als globaler Konzern mit den entsprechenden Finanzergebnissen auftreten. Infolgedessen weisen wir in Q2 2018 erstmals konsolidierte Finanzzahlen aus.

Um den Quartalsvergleich sicherzustellen, weisen wir auch für Q1 2018 pro-forma konsolidierte Finanzzahlen aus. Diese weichen von den im April für Q1 2018 berichteten Zahlen leicht ab.

Geschäftsentwicklung

Das zweite Quartal 2018 war weiterhin von der Volatilität der Kapitalmärkte geprägt. Dazu zählten Marktkorrekturen, globale Spannungen in den Handelsbeziehungen sowie die erhöhte Unsicherheit in der Europäischen Union. Nichtsdestotrotz konnte die DWS im zweiten Quartal in einer Reihe wichtiger Kernzahlen stabile Ergebnisse erzielen – mit leichten Anstiegen bei Erträgen und Vorsteuergewinn, einem Anstieg im verwalteten Vermögen, einer verbesserten Kostenquote und einer Managementgebührenmarge, die unverändert über unserer mittelfristigen Zielvorgabe liegt, auch wenn sie Vergleich zum Vorquartal leicht zurückging. Im zweiten Quartal haben wir darüber hinaus die Umsetzung von Initiativen zur Steigerung der Kosteneffizienz vorangetrieben, während weiterhin Investitionen in wichtige Wachstumsinitiativen erfolgten, wie Digitalisierung, nachhaltige Anlage und unsere Vertriebsstärke.

Die bereinigten Erträge lagen in Q2 2018 bei EUR 576 Millionen, ein Anstieg von 3 Prozent gegenüber Q1 2018 (EUR 559 Millionen) hauptsächlich aufgrund höherer Performance- und Transaktionsgebühren. Der bereinigte Vorsteuergewinn lag bei EUR 149 Millionen, ein Anstieg von 7 Prozent gegenüber Q1 2018 (EUR 140 Millionen).

Das verwaltete Vermögen (AuM) nahm im Quartalsverlauf um EUR 22 Milliarden zu und belief sich auf insgesamt EUR 687 Milliarden. Dies ist mit EUR 6 Milliarden vor allem auf positive Marktbedingungen, sowie mit EUR 13 Milliarden auf Währungseffekte zurückzuführen. Konsolidierungsanpassungen, dabei vor allem die Integration des Asset Management Geschäfts von Sal. Oppenheim, trugen mit EUR 8 Milliarden zur positiven Entwicklung bei.

Die Managementgebührenmarge von 30,7 Basispunkten in Q2 2018 lag unverändert über unserem mittelfristigen Ziel von ≥30 Basispunkten und lag um 0,3 Basispunkte niedriger als im Vorquartal.

Das Nettomittelaufkommen lag in Q2 2018 bei EUR (4,9) Milliarden, getrieben durch Marktvolatilität aufgrund von Handelskonflikten und Unsicherheit in der Europäischen Union sowie die anhaltenden – wenn auch geringeren – Auswirkungen der US-Steuerreform. Während die Segmente Multi Asset und Strategic Quant im Bereich Active Asset Management sowie der Bereich Alternatives wieder Nettomittelzuflüsse verzeichneten, wies der Bereich Fixed Income Abflüsse auf. Dies war auf eine kleine Anzahl institutioneller Mandate zurückzuführen. Der Bereich Active Equity wies auch Abflüsse auf, vor allem aus Publikumsfonds wie dem DWS Top Dividende. Die Performance des Fonds verbesserte sich zuletzt. In unserem größten Multi Asset Fonds, DWS Concept Kaldemorgen, hat sich im vergangenen Monat aufgrund der soliden Performance das Mittelaufkommen stabilisiert.

Der Bereich Passive Asset Management konnte in diesem Umfeld an die gute Entwicklung des ersten Quartals anschließen. Im zweiten Quartal stand die DWS bei den Nettomittelzuflüssen bei ETPs (Exchange-Traded Funds und Commodities) in Europa auf Platz zwei, mit einem Marktanteil von 18,5 Prozent (Quelle: ETFGI). Unser Passive-Geschäft in Amerika konnte nach Abflüssen in Q1 2018 im zweiten Quartal ebenfalls wieder positive Mittelzuflüsse verzeichnen.

Kosten

Die bereinigte Aufwand-Ertrag-Relation (CIR) verbesserte sich im zweiten Quartal auf 74,1 Prozent; 90 Basispunkte weniger als in Q1 2018. Damit befinden wir uns auf dem Weg, unser Kostensparziel für das Gesamtjahr 2018 von 20 bis 30 Prozent der mittelfristigen Vorgabe zu erreichen.

Um das mittelfristige Kostensparziel von brutto EUR 125 bis 150 Millionen im Vergleich zum Gesamtjahr 2017 zu erreichen, hat die DWS die Umsetzung ihres zuvor angekündigten Kosteneffizienzprogrammes vorangetrieben. Das Programm wird durch das neu gegründete Chief Transformation Office gesteuert. Zu den Erfolgen im zweiten Quartal zählten die Ankündigung der geplanten Auslagerung der Fondsadministration an BNP Paribas und die Zusammenführung der DWS Investment Gruppe, die zu Synergien über die gesamte Plattform führt. Zusätzlich haben wir mit einer weitreichenden Überprüfung von externen Dienstleistungen begonnen sowie in Operations bei Zahlungsabgleichen und Cash-Reinvestitionen erste Automatisierungen eingeführt, die nun auch in anderen Bereiche eingeführt werden sollen.

Wachstumsinitiativen

Zur Unterstützung ihrer Wachstumsinitiativen hat die DWS weitere Investitionen getätigt:

Im Alternative Asset Management haben wir in Zusammenarbeit mit Apple, Inc. einen innovativen Nachhaltigkeitsfonds aufgelegt und so unser Engagement für das nachhaltige Investieren und den ESG-Bereich weiter untermauert. Der geschlossene Fonds wird auf dem chinesischen Festland in Solar- und Windenergieprojekte investieren. Damit soll dem chinesischen Stromnetz saubere Energie zugeführt werden und die Umweltauswirkungen aus der globalen Lieferkette von Apple ausgeglichen werden. Der Start weiterer Fonds im Alternatives-Geschäft ist für die zweite Jahreshälfte geplant.

Für unsere neue digitale Investmentplattform WISE konnten wir zwei neue Partner gewinnen

– und haben die Robo-Plattform erstmals in ein Lebensversicherungsprodukt integriert. Die VOLKSWOHL BUND Lebensversicherung a.G., einer der größten Maklerversicherer Deutschlands, wird WISE künftig für den Vertrieb von Lebensversicherungsprodukten nutzen und unter der Marke „FondsFittery" fondsgebundene Rentenversicherungen anbieten, die sich auf die Produktexzellenz und die Expertise der DWS stützen.

Ebenfalls im Verlauf des zweiten Quartals hat die DWS in wichtigen Märkten Europas eine Reihe erfahrender Kundenbetreuer eingestellt, um so den Vertrieb besonders mit institutionellen Kunden zu stärken.

Ausblick

Im zweiten Quartal haben wir gute Fortschritte hinsichtlich der Schaffung und Umsetzung eines eigenständigen Vergütungsrahmenwerks gemacht. Das ist ein wichtiger Schritt für die DWS, der unsere mittelfristigen strategischen, finanziellen und kulturellen Ziele untermauert und uns dabei unterstützt, unseren Mitarbeitern im Einklang mit gängigen Branchenstandards die richtige Incentivierung zu bieten. Das übergreifende Rahmenwerk für die DWS wird vor der variablen Vergütungsrunde für das Jahr 2018 eingeführt. Im dritten Quartal werden wir zudem die mit dem Börsengang verbundene Aktienvergütung bekannt geben. Darüber hinaus liegen nahezu alle erforderlichen Zustimmungen für das Vergütungsschema für die DWS-Geschäftsführung vor. Dies wird sich hauptsächlich auf die Gesamtentwicklung der DWS Group und individuelle Performance- Parameter beziehen.

In ihrem Finanzausblick geht die DWS Group für die Branche auch kurzfristig von einem weiteren Anstieg des weltweiten verwalteten Vermögens aus. Der Wohlstand in Schwellenländern wird weiter wachsen. Dies bietet neue Möglichkeiten für Vermögensverwalter, da lokale Investoren ihren Anlagehorizont erweitern und Interesse an globalen Anlagen haben. In den Industrieländern führen niedrige Zinssätze zu einer Verlagerung von nicht verwalteten Vermögenswerten wie Bargeld- und Einlagenkonten hin zu verwalteten Portfolios. Neue digitale Technologien, wie z.B. Robo-Advisory, verbessern die Vertriebsmöglichkeiten für Investoren, während die breitere Einführung von künstlicher Intelligenz die Produktauswahl erweitert und die Leistung optimiert. Vermögensverwalter spielen eine immer größere Rolle bei der Bereitstellung von Kapital für die Wirtschaft, indem sie vom Rückzug der Banken aufgrund von Regulatorik und Kapitalbeschränkungen profitieren. Der Druck auf Gebühren und Kosten wird jedoch in einem Umfeld verschärften Wettbewerbs und wachsender regulatorischer und Compliance- Anforderungen für die Branche weiter anhalten.

Vor diesem Hintergrund, will die DWS Group gezielt in ihre Wachstumsinitiativen investieren, in Produkte und Dienstleistungen, mit denen sie sich differenzieren kann. Darüber hinaus wird sie ihre Kosteninitiativen fortsetzen, die in den kommenden Quartalen weitere Resultate zeigen sollten. Die DWS Group ist auf einem guten Weg, bereits in 2018 20 bis 30 Prozent ihres mittelfristigen Kostensparziels zu erreichen, was zu einer im Jahresvergleich quasi unveränderten bereinigten Kostenbasis führen dürfte.

Im Jahr 2018 erwarten wir weiterhin niedrigere Erträge als im Jahr 2017, was vor allem auf deutlich niedrigere Performance- und Transaktionsgebühren zurückzuführen ist. Diese spiegeln den periodischen Charakter der Vereinnahmung von Fondsperformancegebühren wider. Darüber hinaus erwarten wir deutlich niedrigere sonstige Erträge, die auf den Wegfall der einmaligen Versicherungszahlung zurückzuführen sind. Es wird erwartet, dass die Managementgebühren im Vergleich zu 2017 aufgrund der Nettomittelabflüsse, der Marktperformance und der Margenkompression etwas niedriger ausfallen werden.

Angesichts der Marktvolatilität, der Stimmung am Kapitalmarkt sowie der Dynamik der US-Steuerreform glauben wir, dass die DWS Group die Nettomittelabflüsse aus H1 2018 in der zweiten Jahreshälfte nicht ausgleichen können wird. Daher ist es unwahrscheinlich, dass wir im Gesamtjahr 2018 das Jahresziel beim Nettomittelaufkommen erreichen können. Jedoch bestätigen wir unser mittelfristiges Ziel, Nettomittelzuflüsse von 3 bis 5 Prozent zu erzielen.

CIO View

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