Weiter Musik an den Märkten

Wir glauben weiter an den Fortbestand des Aufschwungs von Wirtschaft und Märkten, doch schauen uns die Risiken genauer an.

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    Multi Asset

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    Weiter Musik an den Märkten

    Wir glauben weiter an den Fortbestand des Aufschwungs von Wirtschaft und Märkten, doch schauen uns die Risiken genauer an.

    Im vergangenen Quartal hat einmal mehr der gewohnte Dreiklang aus guten Wirtschaftszahlen, politischen Enttäuschungen und relativ geduldigen Anlegern die Musik an den Märkten gemacht. Wir denken, dass dies auch die Hintergrundmusik für das Schlussquartal des laufenden Jahres sein wird. Auch wenn es im Sommer in einigen Schwellenländern etwas gestockt hat, fährt die Weltwirtschaft insgesamt weiter auf gutem Kurs. Und auch wenn die USA im Juni 2019 den längsten Aufschwung ihrer Nachkriegsgeschichte erreichen könnten, tun wir uns schwer, belastbare Indikatoren für ein baldiges Ende des Zyklus zu finden. Zumindest, wenn wir in den bewährten Modellen nach ihnen suchen.

    Womit wir beim zweiten Ton des Dreiklangs wären: Wie bewährt sind die Verhaltensmuster der Zentralbanken und der Politik derzeit überhaupt? Bei letzterer schlägt das Pendel zuverlässig zur negativen Seite aus. In Europa haben sich Brexit und globalisierungskritischer Populismus bereits als Dauerbelastungen etabliert. Angesichts der jüngsten Signale aus Rom Richtung Brüssel könnte sich Italien als längerfristige Baustelle dazugesellen. Einige Schwellenländer überraschen derweil wieder mit schwellenländertypischen Nachrichten. Die USA mit ihrer neuen, unorthodoxe Außen- und Handelspolitik hat zwar an Vorhersehbarkeit eingebüßt, bleibt aber weiterhin im Gespräch. Was die Zentralbanken angeht, so geben sie sich zwar alle Mühe, die Märkte zu lenken und ihnen Gutes zu tun, doch mit dem Rückbau ihrer Bilanzen machen sie nun Ernst.

    Womit wir beim dritten Ton wären, den starken Nerven der Anleger. Diese sind nicht zuletzt der expansiven Geldpolitik geschuldet. Ein zweiter Grund für den Anlegergroßmut dürfte der Umstand sein, dass es bisher keiner der politischen Unruheherde geschafft hat, das Weltwirtschaftswachstum aus dem Tritt zu bringen. Bisher konnte also noch jeder Marktrücksetzer zum erfolgreichen Einstieg genutzt werden. Hingegen haben all jene, die angesichts der oben nur angeschnittenen Unwägbarkeiten die riskanteren und höherrentierlichen Anlageklassen gemieden haben, an Boden eingebüßt. So ein Umfeld kann zu einer gewissen Bequemlichkeit und einem entspannteren Verhältnis zu Risiken führen. Als Beleg dafür werden gerne die im historischen Kontext fortgeschrittenen Bewertungen sowie die geringe Volatilität , herangezogen. Diese hat zwar die Minusrekorde vom letzten Jahr nicht mehr erreicht, doch von den Eruptionen am Jahresanfang abgesehen, bewegen wir uns wieder in sehr ruhigen Fahrwassern. Allerdings nur, wenn man den geläufigsten Schwankungsindikator, die in den Terminkontrakten implizierte Volatilität anschaut.

    Zieht man alternative Kennzahlen heran, zeigt sich ein anderes Bild. Beispiel VVIX , der die Volatilität der Volatilität wiedergibt, die sich aus den Terminkontrakten auf den S&P 500 ergibt. Er hat im bisherigen Jahresverlauf einen Durchschnittswert erreicht, der über allen bisherigen Jahresdurchschnitten der bis 2007 zurückreichenden Indexhistorie liegt. Zweites Beispiel: Kurtosis, eine Maßzahl zur Beschreibung der Form einer Wahrscheinlichkeitsverteilung, die im Kapitalmarktkontext herangezogen wird, um zu zeigen, inwieweit die Kursschwankungen normalverteilt sind oder sich durch extremere Ausprägungen auszeichnen. Bei einer Normalverteilung liegt der Kurtosiswert bei 3. Wie die Grafik zeigt, wird dieser Wert für die Tagesschwankungen des S&P 500 öfters überboten, aber so hoch wie dieses Jahr lag er noch nie.

    Warum die Marktreaktionen derzeit öfter außerhalb der "normalen" Erwartungsspanne liegen, wollen wir hier mal außen vorlassen – möglich wäre die Häufung politischer Ereignisse mit völlig ungewissem Ausgang, aber großer Wirkung auf die Kapitalmärkte. Jedenfalls werden sich diese Ausschläge unseres Erachtens eher verschärfen als beruhigen. Das klingt erstmal schlecht, da Anleger Unsicherheit meiden, doch wir sehen auch Chancen. Es bedeutet nämlich, dass man Position beziehen muss, dass man sorgfältig analysieren, aber auch eine klare Vorstellung davon haben muss, welchen seiner Analysen man wie weit traut. Denn daraus leitet sich ab, welches Risiko man in Bezug auf bestimmte Ereignisse eingehen möchte. Dieses Risikomanagement ist letztlich eine der Kernaufgaben des Multi-Asset-Managements. Und eine der Quellen, aus denen Mehrwert geschöpft werden kann.

    Die nervöse Volatilität der S&P-500-Volatilität

    Die Volatilität des S&P 500 mag zwar auf historisch niedrigem Niveau sein – und doch steckt mehr Unruhe in dem Index als vermutet, wie der CBOE VVIX zeigt.

    Quelle: Thomson Reuters Datastream; Stand: 05.10.2018.

    Auch der Kurtosis-Wert des S&P 500 zeigt Nervosität

    Was man dem Kurschart des S&P 500 selbst nicht ansieht, zeigt die Kurtosis – ungewöhnliche Zeiten.

    * Kurtosis beschreibt die Form einer Wahrscheinlichkeitsverteilung. Je höher sie ist, um so mehr Ereignisse liegen an den äußeren Rändern der Kurve.

    Quellen: Bloomberg Finance L.P., DWS Investment GmbH; Stand: 09/2018

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    Allokation

    Allokation

    Nahezu unveränderter Kurs

    Aktienquote erhöht, Renten reduziert, keine Präferenz bei Währungen

    Die Wirtschaft befindet sich in der fortgeschrittenen Phase des Zyklus, was unseres Erachtens trotz zunehmender Volatilität nach wie vor für höherrentierliche Anlageklassen spricht. Konkret heißt dies, dass wir Aktien weiter favorisieren, etwa gegenüber Unternehmensanleihen. Europa und Japan sollten nicht nur aufgrund saisonaler Faktoren Aufholpotenzial haben, während Schwellenländer noch anfällig bleiben könnten. Bei Renten hingegen bleiben ausgesuchte Schwellenländeranleihen mit soliden Fundamentaldaten aufgrund hoher Renditen die bevorzugte Wahl. Rohstoffe dürften nach den Ölpreisanstiegen eher Konsolidierungstendenzen zeigen. Bei Währungen sind wir derzeit weitgehend neutral positioniert.

    Quelle: Multi Asset Group, DWS Investment GmbH; Stand: 25.09.2018

    Die hier dargestellte Vermögensaufteilung entspricht einem ausgewogenen, in Euro denominierten Modellportfolio. Sie ist nicht unbedingt für jeden Anleger geeignet und kann jederzeit und ohne Vorankündigung geändert werden. Alternative Anlagen sind mit diversen Risiken behaftet, nicht unbedingt für jeden Anleger geeignet und für jedes Portfolio verfügbar.

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    Indikatoren

    Indikatoren

    Herbst mit sonnigen Abschnitten

    Die Indikatoren signalisieren weiter ein neutrales bis positives Umfeld.

    Auch im dritten Quartal konnten die Indikatoren das Auf und Ab der Märkte und die Gefühlsschwankungen der Investoren gut darstellen. So zeigte sich der Risiko-Indikator wie bereits im ersten Halbjahr sehr schwankungsintensiv. Nach einer Erholung im Juli führten globale Unsicherheiten vor allem Anfang August und September zu einer erhöhten Risikoaversion. Insbesondere durch eine Stabilisierung in den Schwellenländern signalisiert der Risiko-Indikator seit Mitte September wieder ein freundliches Umfeld.

    Von der fundamentalen Seite her waren die Signale und Veränderungen weniger stark. Nachdem sich der Makro-Indikator von einem sehr hohen Niveau im ersten Halbjahr stetig verschlechtert hatte, ist nun eine Stabilisierung im neutralen Umfeld zu sehen. Es wird aktuell weder ein Wachstumsschub noch eine drohende Rezession angezeigt. Auch die Überraschungen waren weniger stark. Von Mitte August bis Mitte September haben die Datenveröffentlichungen global betrachtet eher enttäuscht. Davon abgesehen konnten die Daten die Erwartungen der Analysten jedoch überwiegend erfüllen, häufig sogar positiv überraschen, vor allem im September in den USA und jüngst auch in Europa.

    Insgesamt signalisieren unsere drei Indikatoren demnach ein optimistisches Spätsommerbild, stehen aber bereit, drohende Herbststürme anzuzeigen.

    Makro-Indikator

    Kondensiert eine Vielzahl von konjunkturellen Daten

    Quelle: DWS Investment GmbH; Stand: 04.10.2018

    Risiko-Indikator

    Gradmesser für die aktuelle Risikoneigung an den Finanzmärkten

    Quelle: DWS Investment GmbH; Stand: 04.10.2018

    Surprise-Indikator

    Misst die Abweichung der Konjunkturdaten von den Erwartungen

    Quelle: DWS Investment GmbH; Stand: 04.10.2018

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