Auf Kurs

Die Weltwirtschaft hält ihren Kurs besser als mancher denkt. Trotzdem lauern überall Risiken.

Zuerst die gute Nachricht. In den USA droht aus heutiger Sicht kein deutlicher wirtschaftlicher Einbruch oder gar eine Rezession , wie die Finanzmärkte in den letzten Wochen zu signalisieren schienen. Die in der Regel verlässlichen Frühindikatoren stimmen optimistisch. Wir haben unsere Prognose für 2018 sogar leicht auf 2,9 Prozent angehoben. Für 2019 rechnen wir mit einer geringen Verlangsamung auf 2,7 Prozent. Dies ist den auslaufenden Nachwirkungen der über Schulden finanzierten Steuersenkungen und Ausgabenerhöhungen unter der Regierung Trump zuzuschreiben. Abgesehen von einigen relativ isolierten, schwachen Bereichen wie Immobilien in Teilen der Vereinigten Staaten passt eine leichte Verlangsamung gut in einen Zyklus, der noch weit länger als unser Prognosezeitraum von zwölf Monaten laufen könnte. Die US-Wirtschaft wächst derzeit über Potenzial, der Arbeitsmarkt ist bereits angespannt. Eine anziehende Produktivität, getrieben von Steuersenkungen, Deregulierung und leicht steigenden Unternehmensinvestitionen, wäre hilfreich. Dennoch muss das Wachstumstempo wohl gedrosselt werden, wenn die US-Wirtschaft längerfristig Rezessionsrisiken meiden will. Unsere Prognose geht genau in diese Richtung.

Für den Rest der Welt ist der Ausblick nicht ganz so rosig, aber bei weitem nicht schlecht. Wir nehmen unsere Prognosen in einigen Ländern eine Spur zurück: das ergibt dann für die Welt insgesamt 3,7 Prozent im Jahr 2018 und respektable 3,6 Prozent für 2019. Für China bleiben wir 2019 bei 6 Prozent. Der Konsens lag zuletzt weit höher. Aber die jüngsten Daten veranlassten auch optimistischere Zeitgenossen zu Abstrichen, zumal der Handelskonflikt zwischen China und den USA allmählich seinen Tribut fordert. Es bleibt abzuwarten, ob der jüngste Waffenstillstand im Handelsstreit von Dauer sein wird. Zur Vorsicht mahnen auch das hohe Niveau der Verschuldung im chinesischen Privatsektor sowie strukturelle Trends wie eine alternde Bevölkerung und die Verschiebung zum Dienstleistungssektor. Aber die chinesische Führung scheint entschlossen, die Verlangsamung mit Hilfe von diversen monetären und fiskalischen Maßnahmen abzumildern.

Für manch anderes Schwellenland könnte das schwieriger werden. Die Türkei und Argentinien etwa sind mit allseits bekannten Problemen konfrontiert. Dafür scheint die Binnennachfrage in einem großen Teil Asiens weiter zu wachsen. Das Wirtschaftswachstum in Indien nähert sich der Marke von 8 Prozent. Im Durchschnitt dürfte das Wachstum in den Schwellenländern 2019 in etwa so hoch wie 2018 liegen. Immer vorausgesetzt, dass sich die Lage an der Handelsfront nicht verschärft. Volatilität könnte auch vom Ölpreis kommen, der sich bis Ende 2019 auf 60 Dollar pro Barrel erhöhen dürfte.

Die größten Risiken lauern weiterhin im Umfeld der europäischen Politik. Dazu zählen wir auch den Handel – und die Frage, ob und wie scharf die Regierung Trump die europäischen Automobilhersteller aufs Korn nimmt. Zwei weitere Dauerbrenner sind der Brexit und die ständigen Auseinandersetzungen über die Haushaltspolitik Italiens. Wir gehen weiter nicht von Schreckensszenarien wie einem ungeordneten Brexit oder einer Rating-Herabstufung italienischer Staatsanleihen auf Junk-Status aus. Die auf dem Weg zu Lösungen erforderliche Marktdisziplin könnte waghalsige politische Manöver indes eher fördern als verhindern.

Keines der oben erwähnten Risiken ist sonderlich neu. Schon lange verfolgen wir aufmerksam die Verschuldung Chinas, den Handelskonflikt, Italien und den Brexit und berücksichtigen sie in unseren Prognosen. Dasselbe trifft auf den allmählichen Übergang von Quantitative Easing zu Quantitative Tightening zu. Wie lassen sich dann die teils gravierenden Bewegungen an den Finanzmärkten, besonders den US-Aktienmärkten, erklären? Eine höchst interessante Erklärung bringt die Löhne ins Spiel. Da die Kapazitäten der US-Wirtschaft voll ausgelastet sind, müssten Lohnzuwächse die Unternehmensgewinne durch Druck auf die Gewinnmargen eigentlich dämpfen. Noch lässt sich nicht sagen, ob dieser Prozess bereits eingesetzt hat. Sollte dies aber geschehen, könnten die Wall Street, aber nicht unbedingt US-Privathaushalte und schon gar nicht die Weltwirtschaft insgesamt, darunter leiden. Denn genauso müsste ein erfolgreicher Ausstieg aus der Politik des lockeren Geldes eigentlich aussehen.

Die US-Lohnkosten gehen langsam nach oben

Bislang bleibt der Lohnanstieg eher moderat, aber die versteckte US-Arbeitslosigkeit scheint weitgehend beseitigt.

Quellen: Bureau of Labor Statistics (BLS) des U.S. Department of Labor, DWS Investment GmbH; Stand: 11/2018

*Letzte Aufzeichnung: 10/2018

**ungewichteter gleitender 3-Monatsdurchschnitt

Gesunde Finanzlage im US-Privatsektor

Bislang gibt es nur wenige Anzeichen für Überreaktionen wie eine Verschlechterung der Finanzlage im Privatsektor als Vorbote einer Rezession.

Quellen: U.S. Bureau of Economic Analysis (BEA), U.S. Federal Reserve Board, DWS Investment GmbH; Stand: 11/2018

*Gesamteinnahmen abzüglich Gesamtausgaben

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