Auf alles gefasst sein

Auch wenn wir optimistisch ins nächste Jahr blicken, sind unsere Portfolios für turbulente Zeiten gewappnet.

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    Multi Asset

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    Auf alles gefasst sein

    Auch wenn wir optimistisch ins nächste Jahr blicken, sind unsere Portfolios für turbulente Zeiten gewappnet.

    Wer wissen möchte, was die Märkte und damit uns Multi-Asset-Manager derzeit umtreibt, braucht nur einen Blick auf die erste Dezemberwoche zu werfen, die von heftigen Kursschwankungen und gewohnten sowie ungewohnten Korrelation en zwischen den Anlageklassen geprägt war. Der Montag, 3. Dezember, begann noch verhalten optimistisch, nachdem der Handelskonflikt zwischen China und den USA (G20 -Treffen) eine Auszeit zu nehmen schien. Doch die Tinte unter Trumps Abschieds-Twitter aus Buenos Aires war noch nicht trocken, als Details zum "Deal" die anfängliche Freude trübten. Derweil sank der Ölpreis weiter, klangen mal versöhnliche Töne aus Italien und weniger versöhnliche Töne auf Frankreichs Straßen (Gelbwesten) und in London erlitt Theresa May empfindliche Niederlagen im Parlament. Mit der Festnahme einer hochrangigen chinesischen Managerin durch US-Beamte schien eine US-chinesische Entspannung wieder in weitere Ferne gerückt – die Märkte gingen in die Knie. Europas Aktien gaben am Nikolaustag über 3 Prozent nach, die US-Börsen folgten dieser Richtung bereits, bis Gerüchte aufkamen, die Federal Reserve könne sich schon bald "marktfreundlicher" zeigen, woraufhin der Markt drehte. Und sonst? Rund 90 Prozent einer breiten Auswahl von Anlageklassen wies Ende dieser ersten Dezemberwoche eine negative Jahresrendite aus – einsamer Rekord.[1] Die amerikanische Zinskurve invertierte in Teilbereichen erstmals seit über zehn Jahren. Während Staatsanleiherenditen zurückgingen, stiegen die Risikoprämien für Unternehmensanleihen in Europa und den USA weiter. Der FTSE 100 fiel auf seinen Stand von 1999 zurück, und für den Dax begann die Baisse.[2] Trotz Ölpreisschwäche hielten sich die Schwellenländer erstaunlich gut, und Gold tat, was es in den vergangenen Jahren nicht immer bei Marktturbulenzen getan hat: Es stieg.

    Warum diese ausführliche Rekapitulation der ersten Dezemberwoche? Da sie unserer Meinung nach vieles vereint, was uns auch 2019 begleiten wird: Anleger, die sich trotz Rekordbeschäftigung und üppiger Unternehmensgewinne vor jedem Zinsschritt in den USA fürchten, politischer Aktionismus, der die Planungssicherheit erheblich reduziert, die fortwährende Sorge über das Zyklusende und nicht zuletzt von automatisierten Handelssystemen geprägte Kapitalmarktstrukturen, die im Nu größere Markturbulenzen auslösen können.

    Wie positioniert man sich in einem solchen Markt, wenn man an seinem optimistischen Ausblick festhält? Denn wir gehen weiter davon aus, dass wir uns in der Spätphase des (US-)Zyklus befinden und in solch einer Phase Marktkorrekturen nicht untypisch sind. Doch typisch für eine Bullenmarktkorrektur sind die jüngsten Ausschläge nicht mehr – einige Indizes sind bereits in der Baisse. Doch während der Markt damit einen starken BIP - oder Gewinnrückgang einzupreisen scheint, rechnen wir weiter lediglich mit einer leichten Abschwächung bei Wirtschaftswachstum und Unternehmensgewinnen. Sicherlich gab es zuletzt Eintrübungen, etwa bei einigen regionalen Einkaufsmanagerindizes, aber der überwiegende Teil befindet sich immer noch auf sogenanntem Expansionsniveau. Gleichzeitig beobachten wir zahlreiche Entwicklungen an den Kapitalmärkten, die die Unsicherheit der Anleger widerspiegeln. Während vormalige Zugpferde, etwa Technologiewerte, abgestraft werden, erfreuen sich defensive Aktien und defensivere Anlagestrategien größerer Beliebtheit. Umfragen unter Vermögensverwaltern zeugen von wachsendem Pessimismus. Der Konsens hat begonnen, die Gewinne der US-Unternehmen für 2019 und 2020 nach unten zu revidieren – unseres Erachtens aber noch nicht in ausreichendem Maße.

    Für unsere Anlagestrategie für 2019 heißt das: keine zu hohen Erwartungen. Die Anlagen und Risiken über verschiedene Regionen, Sektoren und Instrumente streuen (ein Grund, aus dem wir etwa weiter auf den Dollar setzen). Über verschiedene Instrumente absichern (Gold, deutsche und amerikanische Staatsanleihen längerer Laufzeit) und ansonsten gezielt nach potenziell höherrentierlichen Anlagen suchen, etwa bei Aktien und Anleihen der Schwellenländer . Risikobereinigt gefallen uns auch die 2-jährigen US-Staatsanleihen.

    Erwartbare und weniger erwartbare Gleichläufe

    Wenig erstaunlich leiden die Anleihen von Emittenten der US-Ölbranche, während, erstaunlicher, Schwellenländerwährungen und –aktien stärker tendierten.

    Maximale Verlustspannen wieder im Fokus der Anleger

    Musste bereits 2018 in jeder Anlagestrategie besonders berücksichtigt werden: der maximal mögliche Verlust im Jahresverlauf. Die Unterschiede sind groß.


    Quellen: Thomson Reuters Datastream; Bloomberg Finance L.P.; Stand: 07.12.2018

    1. Zahlen von Jim Reid, Deutsche Bank; Stand: 03.12.2018

    2. Bei einem Rückgang von 20 Prozent und mehr von der Spitze spricht man von einer Baisse.

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    Allokation

    Allokation

    Vorsichtig dynamisch

    Die Marktverwerfungen bezeugen die Anlegersorgen, bieten aber Chancen.

    Wie gehen das neue Jahr mit einer gegenüber dem Vorquartal höheren Aktienquote an und bevorzugen dabei die USA und Schwellenländer. Wir werden jedoch Rallies nutzen, um die Quote wieder zu reduzieren. Bei Anleihen mögen wir einerseits 2-jährige US-Treasuries , die risikobereinigt eine stattliche Rendite abwerfen. Aus Absicherungsgründen, da wir eine nachlassende Zinserhöhungsdynamik erwarten, werden andererseits länger laufende Treasuries interessanter. Außerdem mögen wir Hartwährungsanleihen der Schwellenländer. Euro/Dollar sehen wir derzeit recht ausgeglichen. Wir nutzen den Dollar aber aus Diversifikation sgründen, auch im Hinblick auf weitere europäische Turbulenzen.

    Quelle: Multi Asset Group, DWS Investment GmbH; Stand: 06.12.2018

    Die hier dargestellte Vermögensaufteilung entspricht einem ausgewogenen, in Euro denominierten Modellportfolio. Sie ist nicht unbedingt für jeden Anleger geeignet und kann jederzeit und ohne Vorankündigung geändert werden. Alternative Anlagen sind mit diversen Risiken behaftet, nicht unbedingt für jeden Anleger geeignet und für jedes Portfolio verfügbar.

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    Indikatoren

    Indikatoren

    Nasskalt!

    Die Indikatoren signalisieren ein deutlich eingetrübtes Umfeld.

    Die drei DWS Indikatoren haben sich im Jahresverlauf vom überaus positiven in den negativen Bereich entwickelt – sie zeigen seit Oktober ein deutlich negatives Marktumfeld: Investorensentiment wie auch wirtschaftliches Umfeld haben sich über das Jahr stetig eingetrübt.

    Der Risiko-Indikator ist nach seiner Stabilisierung zum Ende des dritten Quartals in den zwei Monaten danach wieder in den deutlich risikoaversen Bereich gerutscht. Während sich die Schwellenländer -Subkomponenten in diesem Zeitraum recht stabil bis positiv verhielten, haben insbesondere die gestiegene Aktienmarktvolatilität und die US-Dollar-Liquidität das Bild des Indikators belastet. Beim Makro-Indikator waren es die gesunkene Konsumentenzuversicht und die globalen Einkaufsmanager-Indizes, die das Umfeld belasteten. Es wird aktuell eine eher schwache wirtschaftliche Entwicklung signalisiert.

    Darüber hinaus zeigt der Surprise-Indikator die letzten Monate überwiegend negative Überraschungen an. Speziell in den USA wurden die Erwartungen der Analysten überwiegend verfehlt. Der Subindikator für die Region ist vom deutlich positiven in den deutlich negativen Bereich gefallen.

    Insgesamt signalisieren unsere drei Indikatoren ein eher nasskaltes Börsenwetter.

    Makro-Indikator

    Kondensiert eine Vielzahl von konjunkturellen Daten

    Quelle: DWS Investment GmbH; Stand: 05.12.2018

    Risiko-Indikator

    Gradmesser für die aktuelle Risikoneigung an den Finanzmärkten

    Quelle: DWS Investment GmbH; Stand: 05.12.2018

    Surprise-Indikator

    Misst die Abweichung der Konjunkturdaten von den Erwartungen

    Quelle: DWS Investment GmbH; Stand: 05.12.2018

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